Eine schwere Demaskierung

Der ehemalige spanische Polizeikomissar und Mitarbeiter des spanischen Geheimdienstes, José Manuel Villarejo, ist zur Zeir der Angeklagte in einem Prozess vor dem Hohen Gericht Nationaler Audienz in Madrid. es geht um seine Verantwortung in einem Spionagefall zum Nachteil des spanischen Staates und er riskiert eine 100jährige Gefängnisstrafe. Er hat aber anscheinend, als mögliche Absicherung für alle Eventualitäten, Beweise für gesetzeswidrige Aktionen von vielen hohen spanischen Persönlichkeiten gesammelt, und jetzt, mit gezielten ersten Enthüllungen, drpht er stillschweigend viele andera Köpfe rollen zu lassen, wenn (bildlich gesprochen) seiner fallen sollte.

Kurz gesagt, hat er enthüllt (was seit langem sowieso vermutet wurde), dass die islamistischen Attentate in Katalonien im August 2017, mit der anfänglichen Genehmigung und Komplizität des spanischen Geheimdienste geschahen, die nachher die Kontrolle darüber verloren haben. Und auch, dass diese Dienste schon lange Computerinhalte, Telefonate, etc. manipulieren, um angebliche Beweise gegen unliebsame Personen zu konstruieren. Eins Praxis, die gerade gegen katalanische Politiker oft verwendet wurde.

Einzelheiten darüber können in diesen hervorragenden Artikeln gelesen werden:  https://www.heise.de/tp/features/Spanien-geheimdienst-wollte-mit-Anschlaegen-Katalonien-Angst-einjagen-6325273.html https://www.change.org/p/solidarit%C3%A4t-mit-katalonien-f%C3%BCr-das-recht-auf-friedliche-selbstbestimmung/u/30057112

Die Stellungnahmen dazu seitens der Regierung und des überwiegenden Teiles der Presse ist zu behaupten, das Villarejo lügt in allem was er sagt. Selbstverständlich, bei Typen wie dem Ex-Kommissar weiß man nie, wann sie lügen oder nicht. Es gibt aber eine Tatsache, die nicht geleugnet werden kann: alle Anträge, egal von wem, um eine ernshafte und komplette Untersuchung von Villarejos Behauptungen möglich zu machen, sind immer von den spanischen Institutionen abgeschmettert worden. Villarejo sagt immer, dass in seinen Archiven alle Beweise vorhanden sind, aber die veröffentlichung dieser Archive wird mit dem Hinweis auf zu schützende Staatsgeheimnisse stets verweigert. Und deswegen ist es kein Wunder, dass man in diesem Fall doch glaubt, dass Villarejo die Wahrheit sagt.

Und die sagt nichts anderes als dass der spanische staat sich krimineller Methoden bedient, um die Gegner des spanischen „deep State“ und die Gefahren für das von ihm beherrschten System abzuwehren, ja zu vernichten. Dass die Geheimdienste überall in der Welt oft dubiose Mittel anwenden ist bekannt, aber, wenigstens in demokratischen Staaten sollte man denken, dass eine Verwicklung der Dienste in ein terroristisches Attentat, das 16 Tote und mehr als 100 Verletzte verursacht hat, unweigerlich Objekt einer offiziellen Untersuchung sein würde. Dass in Spanien nicht so ist, wirft einen dunklen Schatten über den Charakter der spanischen Demokratie und es stellt sich auch die Frage: Wie kann es möglich sein, dass Europa diese Zustände übersieht? Wie kann es sein, das nicht (und sei es hinter den Kulissen) doch eine Untersuchung verlangt wird, in der Ross und reiter genannt werden und entsprechend bestrafft werden? Ohne eine solche Bereinigung aller Vorwürfe, kann Spanien nicht als ein normales Mitglied eines demokratischen Europas angesehen werden. Und wenn Europa das toleriert, würde Europa wieder ein Teil seiner moralischen Glaubwürdigkeit verlieren. Soll das so weit kommen?

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