Vorsicht, Falle!

Nein, dieser Titel hat mit der bekannten deutschen Fernsehsendung nichts zu tun. Er möchte eine Warnung an alle europäischen Politiker sein, nicht in die grobe Falle zu geraten, welche zurzeit die spanischen Machthaber montieren.

In meinem vorherigen Artikel über die willkürliche Festnahme von neun katalanischen Bürgern, mit erfundenen und immer noch unbewiesenen Vorwürfen, bezeichnete ich das als den Versuch die Empörung der Bürger zu kriminalisieren und die Unabhängigkeitsbewegung mit den baskischen Terroristen von ETA gleichzustellen. Es zeigt sich aber allmählich, dass der Zweck des Ganzen etwas weiter geht, nämlich um eine neue Möglichkeit zu schaffen, um die Auslieferung der exilierten katalanischen Politiker an Spanien vielleicht doch noch erreichen zu können.

Da die Gerichte in Deutschland, Schottland und der Schweiz, die Auslieferung wegen „Rebellion“ oder „Aufruhr“ verweigerten, haben sich die Madrider Pseudo-Demokraten wahrscheinlich folgendes gedacht. Wenn es gelingt die katalanische Unabhängigkeitsbewegung mit dem Makel de Gewaltbereitschaft und mit der Vorbereitung von terroristischen Aktionen zu behaften, dann können neue Auslieferungsgesuche ausgestellt werden, diesmal wegen „Zugehörigkeit“ oder wegen „Unterstützung“ einer terroristischen Organisation.

Da die „Beweise“ dafür genauso dürftig sind wie für die frühere Anklage wegen Rebellion, ist es zu hoffen, dass sich -den Fall genommen- die europäischen Gerichte auch diesmal nicht zu Handlanger der spanischen Willkür machen lassen.

Es ist wirklich vollkommen unbegreiflich wie dreist und wie schamlos bei der Anklage gegen die jetzt Verhafteten gelogen wird (und wie die spanische Presse es wieder unbesehen übernimmt). Ein Beispiel dafür. Es wird behauptet, dass an einem bestimmten Tag, die Schwester des katalanischen Exilpräsidenten Puigdemont, Anna Puigdemont, sich mit Mitgliedern der CDR (Komitees zur Verteidigung der Republik) getroffen hätte, um Mittel und Wege zu suchen um geheime Botschaften zwischen der katalanischen Regierung in Barcelona und dem Präsidenten in Waterloo zu vermitteln. Diese Behauptung ist so falsch wie absurd. Falsch, weil nachgewiesener-weise Fr. Anna Puigdemont an dem erwähnten Tag (und auch vor und nachher) dauernd im Krankenhaus war, wo ihr Vater operiert wurde, hunderte von Kilometer entfernt vom angeblichen Treffpunkt. Und es ist absurd, weil es zwischen Barcelona und Waterloo dauernd offene Kontakte gibt. Der exekutive Präsident Torra ist wenigstens jede zweite oder dritte Woche zu Besuch beim Präsidenten Puigdemont, und auch Mitglieder  der katalanischen Regierung kommen und gehen oft zwischen beiden Städten. Also für „geheime“ Botschaften gab und gibt wahrhaftig kein Bedarf.

Und alle anderen angeblichen „Beweisen“ sind genauso erstunken und erlogen. Man kann also, mit vollem Recht, Europa von diesen versuchten Verleumdungen eines Volkes warnen: VORSICHT, FALLE!

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