Die Sprache und die Tiere

(Übersetzung eines alten Artikels des neuen katalanischen Regierungschefs Quim Torra („La Llengua i les bèsties“), der von seinen Gegnern durch eine falsche Interpretation benutzt wurde, um ihn als „Rassist und fremdenfeindlich“ zu diffamieren. Z.B. indem das katalanische Wort „bèstia“ als „Bestie“ übersetzt wurde und nicht einfach als „“Tier“ wie es in dem Text gemeint ist. Aus dem Kontext geht klar hervor, dass als diese „Tiere“ nicht die Spanier im allgemeinen sondern bestimmte Personen gemeint sind, die „Vor- und Nachnahmen haben“).

 Quim Torra. „El Món“, 19.10.2012.

Bei meinen Eltern gab es ein altes Exemplar eine Buches, dass alle Geschwister gelesen hatten: „Aus der Zeit als die Tiere sprachen“ , von Manuel Folch i Torres. Unser Vater war unbeugsam und war der Meinung, dass man nicht erwachsen werden konnte ohne dieses Buch gelesen zu haben, dazu „Die Rose und der Ring“ von Thackeray, und „En Bolavà“ von Josep Maria Folch i Torres. Es war ein köstliches Buch, in dem Eulen, Bären, Elefanten, Rehe und Hummeln sprachen, eine Sammlung von Fabeln für die Erziehung der Kinder.

Jetzt schaust du auf dein Land und siehst wieder, wie die Tiere sprechen. Es sind aber Tiere anderer Art. Aasfresser, Vipern, Hyänen. Tiere in menschlicher Gestalt, die Hass speien. Einen geistesgestörten, ekelhaften Hass, wie aus einem von Schimmel überzogenen künstlichen Gebiss, Hass gegen alles, was die Sprache repräsentiert.

Sie sind hier, unter uns. Jeder Ausdruck von Katalanisch-Sein ist ihnen zuwider. Es ist eine krankhafte Phobie. Es ist in diesen Tieren etwas freudianisches drin. oder eine Erschütterung in ihrer DNA. Arme Kerle! Sie leben in einem Land, von dem sie alles ignorieren: seine Kultur, seine Traditionen, seine Geschichte. Sie sind undurchlässig für jegliches geschehen, dass etwas Katalanisches darstellt. Sie kriegen Nesselausschlag davon. Es prallt bei ihnen alles ab, was nicht spanisch und kastilisch sei.

Sie haben Vor- und Nachnamen, diese Tiere. Wir alle kennen irgendeines davon. Sie sind zahlreich. Sie leben, sterben und pflanzen sich fort. Eines davon war vor kurzem die Hauptperson in einem Vorfall,. der Wert hat in Katalonien bekannt zu werden, als ein extremes Beispiel der tierischen Merkmale dieser Wesen. Arme Tiere, sie können nicht anders.

Eine der wenigen Unternehmen, die das Katalanische mit Normalität akzeptieren ist Swiss. Wenn Sie eine ihrer Flüge zu den alten Eidgenossenschaft benutzt haben, konnten Sie feststellen wie bei den Ansagen unsere Sprache verwendet wurde. Es ist eine Ausnahme, da leider alle anderen Airlines uns behandeln als das was wir sind: die letzte Kolonie in Europa.

Also, vor ein paar Wochen reiste eines dieser Tiere in einem Flug von Swiss. [Anm. der Übersetzer: es handelte  sich um Herr José Manuel Opazo, ein militantes Mitglied der Partei UPyD,. eine Splitterpartei, die sich von den Sozialisten getrennt hatte, weil die PSOE ihnen nicht spanisch-nationalistisch genug war ]. Vor der Landung wurden auf Katalanisch die üblichen Ansagen gemacht. Das Tier bekam automatisch wütenden Speichel. Aus seinem Sitz kam ein starker Kloakengestank. Es regte sich auf, ruhelos, verzweifelt, entsetzt weil ees ein paar Worte auf Katalanisch hören musste. Es konnte nicht fliehen. Es bekam kalten Schweiß, als ob eine erkältete Kröte wäre. Man muss sich das Tier vorstellen. Nach so lange Zeit, in der es in seine spanische Welt problemlos leben konnte, jetzt ein paar Worte hören zu müssen, aus einer ihm verhasste Sprache.

Verärgert entschloss es sich einen Brief  an eine deutsche Zeitung in Zürich zu schreiben, in dem es sich über die erlittene Behandlung beklagte, da „seine rechte verletzt wurden, weil das kastilische die ‚erste Amtssprache Spaniens‘ sei“. Und der Protest des Tieres  wurde ganzseitig veröffentlicht.

Gott sei Dank, die Freunde des katalanischen Vereins in Zürich, haben darauf geantwortet und die Angelegenheit klargestellt (so viele Botschaften und Vertretungen , und siehe: es ist ein kleiner katalanischen Verein gewesen, der vorstellig geworden ist, dank des Anstands und der Würde seiner Mitglieder).

Aber, warum müssen wir uns immer wieder mobilisieren? Wann werden die Angriffe der Tiere enden? Wie können wir noch heute so viel Kränkung, so viel Erniedrigung und so viel Verachtung ertragen?Q

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